Jugendliche entwickeln eigene Energiewende in Wolfsburg

Jugendliche entwickeln eigene Energiewende in Wolfsburg

Drei Tage Projekt „plenergy“ im Ratsgymnasium Wolfsburg

 

Frische Tatkraft für die Energiewende in Wolfsburg: In Kooperation mit der Regionalen Energieagentur e.V. und der Klimaschutzagentur Region Hannover hat die Stadt Wolfsburg „plenergy – Vom Planspiel zur Energiewende“ vom 30. März bis zum 1. April ins Ratsgymnasium Wolfsburg geholt. Das Projekt fördert den Austausch und vernetzt Jugendliche sowie Aktive der Lokalpolitik und örtliche Initiativen im Sinne von Klimaschutz und Energiewende. An drei spannenden Projekttagen haben rund 80 Schüler*innen aus dem elften Jahrgang des Ratsgymnasiums mit ihren Ansätzen neuen Schwung in den Klimaschutz und die Energiewende ihrer Stadt gebracht. Im Planspiel plenergy berieten sie sich am Mittwoch in Fachausschüssen, am Donnerstag stimmten sie ihre Beschlussvorlagen im großen Energiewende-Rat ab und für Freitag stand die Realisierung ihrer Projektideen zu Klimaschutz und Energiewende auf dem Programm. So lagen den Jugendlichen unter anderem der Ausbau der Fahrradinfrastruktur und Photovoltaikanlagen, Solartankstellen für E-Scooter oder auch die Schaffung eines Carsharing-Angebots im Stadtgebiet besonders am Herzen.

Beteiligt an plenergy in Wolfburg (v.l.): Andrea Keßler von der Regionalen Energieagentur e.V., Stephanie Körber, Ratsgymnasium, Oberbürgermeister Dennis Weilmann, Schüler*innen Lena Wieczorek, Jano Philipp und Yusef Mahmud.

 

Insgesamt 32 Mitwirkende unterstützten die Jugendlichen, darunter ein Moderationsteam und ein Medienpädagoge, Expert*innen aus verschiedenen Fachrichtungen sowie Aktive von Initiativen vor Ort. Einen direkten Einblick ins Planspiel gab eine Dokumentationsgruppe von acht Schüler*innen via Live-Blog. So lässt sich auch nach den Projekttagen noch sehen, was etwa die Fachausschüsse Strom, Gebäude, Mobilität, Konsum und Öffentlichkeitsarbeit erarbeitet haben oder der Energiewende-Rat beschlossen hat. Fotos, Texte und Film-Clips stehen online auf https://plenergy.de/wolfsburg22/.


Oberbürgermeister Dennis Weilmann war schnell dafür zu gewinnen, aktiv im Planspiel mitzuwirken und den Energiewende-Rat an Tag zwei zu leiten. „Die Schülerinnen und Schüler haben beeindruckende Ideen entwickelt, über die wir uns im Energiewenderat in Wolfsburg austauschen konnten. Sie haben gezeigt, wie wichtig politische Teilhabe ist und dass es um ihre Zukunft geht. Ich freue mich sehr, dass plenergy am Ratsgymnasium Wolfsburg stattgefunden hat und würde mir dieses tolle Projekt auch für weitere Wolfsburger Schulen sehr wünschen“, so Weilmann. Er moderierte das große Gremium, trug die Beschlussvorlagen der Jugendlichen aus den Fachausschüssen vor, leitete deren intensiven Diskussionen und ließ über die Vorlagen abstimmen.  Der Oberbürgermeister gab noch vor Ort die Zusage, dass die Jugendlichen in einer der nächsten Ratssitzungen der Stadt ihre Anliegen auch persönlich der Politik vorstellen dürfen.
Am dritten Projekttag ging es schließlich um die Entwicklung und Präsentation von Projekten, die die Jugendlichen vor Ort selbst umsetzen können. Hierzu stellten die Schüler*innen ihre Ideen den eingeladenen örtlichen Initiativen vor; hierunter waren unter anderem der NABU, BUNDjugend, der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Fridays for future, der VFL Wolfsburg, aber auch Vertreter*innen aus Politik und Wissenschaft. In einem Speed-Dating hatten alle Beteiligten die Möglichkeit, direkt miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Pläne für die Umsetzung der Projektideen zu schmieden. So wurden fleißig Visitenkarten ausgetauscht und Einladungen der lokal Aktiven ausgesprochen. Zielsetzung sind die Entstehung neuer Kontakte und Verbindungen zu den tatkräftigen Akteur*innen, um die plenergy-Ideen Wolfsburgs mit Erfolg umzusetzen und die Jugendlichen zu politischer und gesellschaftlicher Teilhabe zu motivieren. Denn plenergy soll über die drei Projekttage hinauswirken.

Nachwirkungen erwünscht
Die Regionale Energieagentur e.V. hat plenergy in Wolfsburg umgesetzt. „Die Jugendlichen haben klare Ideen und Wünsche, wenn es um den Klimaschutz und damit die Gestaltung ihrer eigenen Zukunft geht. Deshalb ist plenergy so ein wichtiges Projekt: Es verschafft den jungen Menschen Gehör bei der Kommune und der Politik für ihre Belange und Ideen, das ist ein besonderer Mehrwert des Projekts“, so Geschäftsführerin Andrea Keßler. Denn genau dafür ist plenergy auch konzipiert: Um Kontakte zu stiften und neue Netzwerke für den Klimaschutz und die Energiewende zu schaffen. Es geht dabei um Meinungsbildung und politische Teilhabe.

Zum Projekt
Projektträgerin ist die gemeinnützige Klimaschutzagentur Region Hannover, die im Januar 2019 mit plenergy an den Start gegangen ist. Seit 2020 arbeitet sie mit Partnern wie der Regionalen Energieagentur e.V. zusammen, um in verschiedenen Regionen Generationen für die Gestaltung der lokalen Energiewende zusammenzubringen. Geplant sind insgesamt 34 Planspiele in drei Jahren und drei Projektregionen bundesweit, davon 15 in Norddeutschland. Das Projekt ist von der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums als „innovatives Klimaschutzprojekt mit bundesweiter Ausstrahlung“ gefördert. Mehr: www.plenergy.de

 
 
Fotos: oh/Regionale Energieagentur e.V.
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